Kaufen vs. mieten Teil 1

Haus kaufen oder mieten? Was ist besser im Jahr 2021?

Die aktuelle Kombination aus steigenden Mieten und anhaltend niedrigen Zinsen lässt immer mehr Menschen darüber nachdenken, ob sie mit dem Kauf einer Wohnung oder eines Hauses nicht besser beraten wären, statt weiterhin hohe Mieten zu bezahlen. In den letzten 5 Jahren stieg die Wohneigentumsquote hierzulande um knapp 2 Prozentpunkte. Mit lediglich 42 Prozent liegt Deutschland jedoch immer noch im internationalen Vergleich weit hinten.

In anderen Ländern ist die Altersvorsorge kulturell stark mit dem frühzeitigen Kauf eines Eigenheims verbunden: In Spanien liegt die Quote beispielsweise bei 76 Prozent und in Frankreich 65 Prozent.

1. Die Entscheidung hängt von den Lebensumständen ab

Die Frage, welches die günstigere Option zwischen Mieten und Kaufen ist,  beantwortet jeder Einzelne für sich persönlich und ganz individuell. So hängt es von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, aber insbesondere von der individuellen Person und den individuellen Lebensumständen, welches aktuell für sie die bessere Option ist. Wir haben deshalb einen ersten Leitfaden für Sie zusammengestellt, anhand dessen Sie erfahren, ob der Hauskauf die richtige Wahl für Sie ist. Hier geht es zu unserem Leitfaden: Für wen kommt Kaufen in Frage?

2. Kurzfristige Flexibilität vs. langfristige Altersvorsorge

In der untenstehenden Tabelle werden jeweils einige Argumente für und gegen die beiden Optionen dargestellt.

Vorteile Nachteile 
Kauf – Unabhängigkeit
– Wohlstand/Vermögensaufbau
– Gestaltungsfreiheit Schutz vor Mieterhöhungen und Eigenbedarfskündigungen 
– Planbare Kosten 
– Flexible Anbieterwahl (Strom, Wasser, etc.)
– Steuervorteile
– Stabile Wertanlage 
– Altersvorsorge – Keine Miete im Rentenalter Ist die Immobilie abbezahlt, fallen  außer der üblichen Unterhaltskosten keine weiteren Kosten mehr an
– Die Tilgungsrate gleicht dem Prinzip des Sparen
– Kontinuierliche Instandhaltung
– Ortsgebundenheit
– Hohe Investitions- und Startkosten: meisten sind 20% Eigenkapital die erste große Hürde für den Käufer
– Zusätzliche Finanzierungsnebenkosten (Notar, Makler, etc.)
– Unerwartete Instandhaltungs- und Reparaturkosten nach Erwerb
– Zukünftige Wertentwicklung der Immobilie ungewiss/unsicher
Miete – Hohe persönliche Flexibilität 
– Wenig eigene Verantwortung
– Kosten grundsätzlich planbar
– Geringere Nebenkosten
– Kurzfristiger Umzug in andere Region/Stadt unkompliziert möglich
– Geringer Aufwand für Reparaturen und Pflege 

– Gefahr von wiederkehrenden Mieterhöhungen
– Eingeschränkte Gestaltungsfreiheit
– Keine Vermögenswirksamkeit für den eigenen Vermögensaufbau
– Nebenkosten nicht transparent
 Keine flexible Anbieterwahl (Strom, Wasser, etc.) 
– Keinen Schutz vor Eigenbedarfskündigungen

3. Den eigenen Wohnraum frei gestalten 

Für das Eigenheim spricht die Freiheit, den eigenen Wohnraum frei nach den eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Insbesondere Familie ich den Traum des eigenen Hauses, um in den eigenen vier Wänden das Leben genießen zu können und sich einen persönlichen Rückzugsort zu schaffen.

4. Der sichere Vermögensaufbau

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist das Thema Wohlstand. Die Zinsen sind auf einem Rekordtief, Hypotheken waren in der Vergangenheit noch nie so günstig wie jetzt. Deshalb wittern Käufer die attraktive Chance des langfristigen Vermögensaufbaus – Immobilien gelten als sichere, krisenfeste Altersvorsorge.

5. Schutz vor niedriger Rente und steigenden Mietpreisen

Laut Aussagen der Bundesregierung im Jahr 2020 erhalten von den rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentnern etwa 17 Millionen unter 1000 Euro Rente pro Monat. Bei einer derart niedrigen Rente ist das Mieten in den größeren Städten für Rentner somit nahezu unmöglich.

“40 Jahre Arbeit – unter 1.000 Euro Rente?”

Ob und inwiefern dieses Rentenniveau in der Zukunft erhalten bleibt, ist aktuell ebenfalls zu bezweifeln. Mit einem Hauskauf entfallen im Rentenalter dagegen die teuren Mietzahlungen und versprechen stattdessen ausreichend Flexibilität und Freiraum fürs Alter. Der Rentner oder die Rentnerin hat keine monatlichen Belastungen für eine Mietwohnung zu zahlen und kann im Alter somit quasi kostenlos wohnen. Die Rente steht zur freien Verfügung.

6. Finanzielle Verpflichtungen

Gegen das Eigenheim spricht vor allem die langfristige Bindung an das jeweilige Objekt. Ein Immobilienkauf geht natürlich für den Käufer mit hohen finanziellen Verpflichtungen einher. Diese müssen meist über mehrere Jahrzehnte abbezahlt werden. Außerdem braucht es aufgrund der gestiegenen Preise heutzutage deutlich mehr Eigenkapital, damit der Traum vom Eigenheim erfüllt werden kann . 

Des Weiteren liegt die Verantwortung für Pflege und Instandhaltung vollständig beim Eigentümer. Daher können unerwartete Instandhaltungs- und Reparaturkosten die ursprüngliche Kostenrechnung deutlich beeinflussen. Zuletzt bleibt auch noch zu berücksichtigen, dass die Wertentwicklung über die Jahre nicht garantiert ist. Zwar sind die Preise in den letzten fünf Jahren deutschlandweit um etwa 25 Prozent gestiegen, allerdings ist eine garantierte Zukunftsprognose in diesem Zusammenhang nicht möglich.

7. Mieter für weniger Verantwortung und geringerem Aufwand

Für das Mieten von Wohnraum sprechen mehrere Punkte. Kurzfristig orientierte Mieter profitieren von der hohen Flexibilität und können kurzfristig umziehen, wenn ihnen danach ist. Im Gegensatz zu Eigentümern sind Mieter nicht für die Pflege, Instandhaltung und für Reparaturen der Immobilie verantwortlich. Somit fallen für den Mieter keine unerwarteten Kosten für beispielsweise eine kaputte Heizung oder ein defektes Dach an.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zahlung der entsprechenden Nebenkosten, die bei Mietern meistens geringer ausfallen als beim Käufer. Zum Beispiel fällt für jeden Vermieter eine jährliche Grundsteuer an, die aber zumeist auf den Mieter weitergereicht werden. Sofern es mehrere Parteien in einer Immobilie gibt, werden diese Kosten jedoch meist geteilt und man kommt somit als Mieter insgesamt günstiger weg. 

8. Kein Schutz vor Mieterhöhungen und Eigenbedarf

Welche Bedenken gibt es grundsätzlich beim Mieten? Ein großer Nachteil ist die mangelnde Transparenz der Kosten. Da man die Entwicklung der Mietpreise nicht vorhersehen kann, besteht die grundsätzliche Gefahr, dass Mieten über die Zeit steigen. Außerdem sind die zu zahlenden Nebenkosten für den Mieter wenig  transparent. Da man als Mieter größtenteils an die Entscheidungen des Vermieters gebunden ist, hat man insgesamt wenig Flexibilität. Zuletzt tragen Mietzahlungen weder zum Vermögensaufbau noch zu einer persönlichen Altersvorsorge bei.

Lesen Sie hier auch den zweiten Teil.

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